Eichenprozessionsspinner entfernen
Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners sind kein Schönheitsproblem, sondern ein Gesundheitsrisiko – und sie bleiben in einem verlassenen Nest jahrelang wirksam. Wir saugen Raupen und Nester mit Spezialtechnik ab und entsorgen das Material fachgerecht, statt es zu verwirbeln.
Leistungsumfang
- Absaugen mit Industriesauger und Spezialfilter – vom Boden oder von der Hubarbeitsbühne aus. Raupen, Nester und Gespinste werden aufgenommen, nicht aufgewirbelt.
- Abnahme von Hand im Klettereinsatz – wo wir den Baum per Seilklettertechnik erschließen, werden die Nester abgesammelt und sofort in verschließbare Behälter gegeben, nicht abgesaugt. So kommen wir auch an Kronenbereiche, die für eine Hubarbeitsbühne unerreichbar sind.
- Entfernung alter, verlassener Nester – auch außerhalb der Raupensaison, weil die Brennhaare dort über Jahre aktiv bleiben.
- Fachgerechte Entsorgung des abgesaugten Materials; verlassene Nester werden der Verbrennung zugeführt, nicht in den Grüngutcontainer gegeben.
- Befallskontrolle und Dokumentation – Standort, Baumnummer, Befallsstärke und Maßnahme, auf Wunsch direkt im Baumkataster.
- Absicherung des Arbeitsbereichs während der Maßnahme; auf Wunsch Beschilderung befallener Bäume bis zum Termin.
Welches der beiden Verfahren zum Einsatz kommt, entscheidet der Standort. Ist der Baum mit der Hubarbeitsbühne erreichbar, wird abgesaugt. Muss geklettert werden, sammeln wir die Nester von Hand ab und verschließen sie noch im Baum – ein Saugschlauch ist am Seil weder handhabbar noch arbeitssicher, und der Sauger würde in der Krone mehr aufwirbeln als aufnehmen. Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe: Das Material verlässt den Baum geschlossen und geht nicht als Haarwolke über den Garten.
Warum die Raupe gefährlich ist
Ab dem dritten Larvenstadium – regelmäßig ab etwa Mai – bilden die Raupen Brennhaare aus, die das Eiweißgift Thaumetopoein enthalten. Die Haare sind mit Widerhaken versehen, brechen leicht ab, fliegen mit dem Wind und dringen passiv in Haut, Augen und Atemwege ein. Die Folge sind Hautausschlag, Bindehautentzündung und Atemwegsreizungen; die Beschwerden halten je nach Fall zwei Tage bis zwei Wochen an, und in schweren Fällen sind anaphylaktische Reaktionen möglich.
Der eigentlich unangenehme Teil: Das Immunsystem sensibilisiert sich. Wer wiederholt Kontakt hat, reagiert beim nächsten Mal stärker. Das betrifft in der Praxis vor allem Hausmeister, Bauhofmitarbeiter und Gartenbesitzer, die es „schnell selbst“ machen – und es ist der Grund, warum wir von Eigenversuchen mit Staubsauger und Gartenschlauch abraten.
Ein verlassenes Nest ist nicht harmlos. Die Haare bleiben darin über Jahre aktiv, auch wenn die Raupen längst weg sind. Nester unter Ästen, an Stammfüßen und in Astgabeln über Spielplätzen, Sitzbänken oder Parkplätzen gehören deshalb auch im Winter entfernt.
Der richtige Zeitpunkt
Für das Absaugen sind die besten Ergebnisse nach der zweiten Häutung zu erreichen, wenn die Raupen in ihren typischen Prozessionen unterwegs sind und sich in Nestern sammeln – im Oberland üblicherweise von Mai bis in den Frühsommer. Vorher sind die Tiere zu klein und verteilt, später zerfallen die Nester und die Haare verteilen sich zusätzlich in der Umgebung.
Alte Nester nehmen wir das ganze Jahr über ab. Für Schulen, Kitas und Spielplätze ist der Winter sogar der ruhigere Zeitpunkt: kein laufender Betrieb, keine Raupen, aber die Haarbelastung wird trotzdem beseitigt.
Warum wir nicht abflammen und nicht spritzen
Thermische Verfahren – Abflammen oder Abspritzen mit Wasser – haben sich in der Praxis als nur bedingt geeignet erwiesen, weil dabei die Gifthaare stark verwirbelt werden. Das Problem wird damit nicht beseitigt, sondern verteilt. Wir arbeiten deshalb ausschließlich mit Absaugung.
Biozide und Pflanzenschutzmittel bieten wir nicht an. Das ist eine bewusste Entscheidung und in den meisten Fällen auch fachlich die richtige: Das biologische Mittel Bacillus thuringiensis wirkt nur bis etwa zum zweiten Larvenstadium und braucht Temperaturen um 20 bis 25 °C – das Zeitfenster ist wenige Wochen lang und oft schon vorbei, wenn jemand die Nester bemerkt. Chemische Biozide wie Diflubenzuron ziehen ein Betretungsverbot der behandelten Fläche von grundsätzlich 24 Stunden nach sich und wirken nicht selektiv, treffen also auch andere Schmetterlingsraupen. Rechtlich kommt hinzu, dass je nach Zweck – Schutz der Eiche oder Schutz des Menschen – Pflanzenschutz- oder Biozidrecht gilt und ein Befall vorher nachgewiesen sein muss. Wer im Juni anruft, weil die Nester da sind, dem hilft eine Spritzung ohnehin nicht mehr.
Arbeitsschutz ist hier kein Formalismus
Bei der mechanischen Bekämpfung arbeiten wir mit Schutzanzug mindestens Typ 3 oder 4 nach EN 14605, Chemikalienschutzhandschuhen, wasserdichtem Schuhwerk und Atemschutz mit Vollgesichtsmaske und Partikelfilter. Der Sauger ist mit entsprechendem Filter ausgerüstet, damit die Haare nicht am Auslass wieder in die Luft gehen. Nach dem Einsatz wird die Kleidung gewechselt und das Material getrennt behandelt.
Das ist der Grund, warum eine EPS-Entfernung mehr kostet als „mal eben absaugen“: Ein großer Teil des Aufwands steckt in Ausrüstung, Absicherung und Entsorgung, nicht im Absaugen selbst.
Für Gemeinden, Bauhöfe, Schulen und Kitas
Wer Eichen im öffentlichen Raum verantwortet, hat beim Eichenprozessionsspinner eine Verkehrssicherungsproblematik mit einer sehr kurzen Reaktionszeit – ein Nest über einem Spielplatz ist ein anderes Thema als eines im Feldgehölz. Wir kontrollieren die Bestände auf Befall, priorisieren nach Standort und Nutzung, arbeiten mehrere Standorte in einem Durchgang ab und dokumentieren jede Maßnahme nachvollziehbar. Auf Wunsch führen wir Befall und Maßnahmen im Baumkataster fort, sodass Sie über die Jahre sehen, welche Bäume regelmäßig betroffen sind. Alle Leistungen für öffentliche Träger: Leistungen für Kommunen.
Nicht jeder Befall muss bekämpft werden. Im Wald und an Standorten ohne Publikumsverkehr ist Zurückhaltung fachlich vertretbar – und im Sinne des Artenschutzes oft die bessere Wahl, weil auch Gegenspieler wie Kuckuck und Puppenräuber vom Bestand leben. Wir sagen Ihnen, wo eine Maßnahme nötig ist und wo nicht.
Fachliche Grundlagen: Merkblatt zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners der Regierung von Oberfranken, Gewerbeaufsichtsamt (2023), sowie die Empfehlungen des GALK-Arbeitskreises Stadtbäume. Stand: September 2026.
Befall melden
Schicken Sie uns ein Foto aus sicherer Entfernung und sagen Sie uns, wo der Baum steht und was sich darunter befindet – Spielplatz, Terrasse, Gehweg oder freie Fläche. Danach richtet sich, wie schnell wir kommen. Bitte nicht selbst absaugen, abflammen oder abspritzen.
Ludwig Kränzlein
Telefon: 01573 1300 632
E-Mail: kontakt@baumart-baumpflege.de