Baumpflanzung und Neupflanzung
Ob ein neu gepflanzter Baum in dreißig Jahren noch dasteht, entscheidet sich fast vollständig in den ersten drei Jahren – und schon davor bei der Wahl von Art und Standort. Wir pflanzen Bäume so, dass sie anwachsen und alt werden können: im Hausgarten, in der Gemeinde und als Ersatzpflanzung nach einer Fällgenehmigung.
Leistungsumfang
- Standort- und Artenwahl nach Boden, Platzangebot, Lichtverhältnissen und künftiger Kronengröße – nicht nach Katalogbild.
- Pflanzgrube und Wurzelraum: Aushub, Lockerung der Sohle, bei Bedarf Bodenaustausch oder Baumsubstrat, Beseitigung von Verdichtungen.
- Pflanzung von Baumschulware – Heister, Hochstamm oder Solitär, Ballen-, Container- oder wurzelnackte Ware, inklusive Beschaffung.
- Verankerung und Schutz: Dreibock oder Unterflurverankerung, weiche Anbindung, Stammschutz, Verbiss- und Anfahrschutz.
- Fertigstellungs- und Entwicklungspflege: Wässern, Erziehungsschnitt, Baumscheibe offen halten, Anbindung kontrollieren, Pfahl rechtzeitig entfernen.
- Ersatzpflanzungen nach Auflage inklusive Dokumentation für die Gemeinde.
- Nachpflanzung von Obst-Hochstämmen auf der Streuobstwiese – mehr dazu unter Obstbaumpflege.
Die Art muss zum Standort passen
Die trockenen Sommer der letzten Jahre haben deutlich gezeigt, welche Arten an belasteten Standorten an ihre Grenze kommen – Bergahorn, Buche und Fichte reagieren empfindlich auf Trockenstress, Birken sterben in Siedlungslagen reihenweise ab. Wir wählen die Art nach dem konkreten Standort aus und orientieren uns bei Straßen- und Platzbäumen an der GALK-Straßenbaumliste. Am Starnberger See sind die Böden und Niederschläge vergleichsweise günstig; entscheidend ist trotzdem, wie viel durchwurzelbarer Raum tatsächlich zur Verfügung steht.
Wenn ein Standort für den gewünschten Baum zu klein ist, sagen wir das. Eine Linde in einem drei Meter breiten Vorgarten ist kein Erfolg, sondern ein Rückschnittproblem für die nächsten Jahrzehnte.
Der Wurzelraum entscheidet
Die häufigste Ursache für Kümmerwuchs ist nicht die Pflanzung selbst, sondern zu wenig oder zu stark verdichteter Boden. Die FLL empfiehlt für Straßenbäume mindestens rund 12 Kubikmeter durchwurzelbaren Raum – im Hausgarten mit gewachsenem Boden ist das meist unproblematisch, in Pflasterflächen, auf Parkplätzen und in Baugebieten dagegen fast nie von allein gegeben. Dort arbeiten wir mit erweiterter Pflanzgrube, Baumsubstrat und Schutz der Fläche vor erneuter Verdichtung. Wir pflanzen nach den FLL-Empfehlungen für Baumpflanzungen sowie DIN 18916 und ZTV-Vegetationstechnik im Landschaftsbau.
Der richtige Pflanzzeitpunkt
Die klassische Pflanzzeit für Laubbäume liegt im Herbst zwischen Mitte Oktober und Ende November, solange der Boden frostfrei und nicht durchnässt ist. Der Baum kann über den Winter Feinwurzeln bilden und startet im Frühjahr mit Anschluss an den Boden. Eine Frühjahrspflanzung im März und April ist möglich, verlangt im ersten Sommer aber deutlich mehr Wasser. Containerware lässt sich prinzipiell ganzjährig pflanzen – im Hochsommer machen wir das nur, wenn die Bewässerung wirklich gesichert ist.
Die ersten drei Jahre
Ein frisch gepflanzter Baum hat beim Roden in der Baumschule einen großen Teil seiner Wurzelmasse verloren. Bis er sich erschlossen hat, ist er auf Hilfe angewiesen: durchdringende Wassergaben statt täglichem Anspritzen, eine offene, unbewachsene Baumscheibe, Kontrolle der Anbindung, damit sie nicht einwächst, und ein Erziehungsschnitt, der das Kronengerüst früh in Form bringt. Der Pfahl kommt nach etwa zwei bis drei Jahren wieder weg – bleibt er stehen, bildet der Stamm zu wenig Festigungsgewebe. Diese Entwicklungspflege übernehmen wir auf Wunsch als jährlichen Pflegegang; ohne sie ist auch die beste Pflanzung ein Glücksspiel.
Ersatzpflanzungen nach Fällgenehmigung
Wo eine Baumschutzverordnung gilt, ist eine Fällung meist mit einer Ersatzpflanzung verbunden – oft mit Vorgaben zu Art, Stammumfang der Pflanzware, Standort und Frist. Wir klären die Auflage mit Ihnen und der Gemeinde ab, beschaffen die passende Baumschulqualität, pflanzen fachgerecht und dokumentieren die Ausführung mit Fotos, sodass Sie den Nachweis ohne Rückfragen einreichen können. Wenn dieselbe Fällung ansteht, finden Sie die Abläufe dazu unter Baumfällung.
Für Gemeinden, Bauhöfe und Verwaltungen
Straßen-, Platz- und Parkbäume pflanzen wir einschließlich Standortvorbereitung: Prüfung des vorhandenen Wurzelraums, Abstimmung mit Leitungsträgern, Einbau von Baumsubstrat, Bewässerungssystem und Anfahrschutz. Auf Wunsch übernehmen wir die Fertigstellungs- und Entwicklungspflege über mehrere Jahre und nehmen die Neupflanzungen direkt in das Baumkataster auf, sodass Standort, Art, Pflanzjahr und Pflegestand dokumentiert sind. Alle Leistungen für öffentliche Träger im Überblick: Leistungen für Kommunen.
Baum pflanzen lassen
Sagen Sie uns, wo der Baum hin soll, wie viel Platz zur Verfügung steht und ob eine Auflage der Gemeinde dahintersteht. Für Einzelbäume im Garten reicht das meist schon für ein Angebot, ansonsten schauen wir uns den Standort vor Ort an.
Ludwig Kränzlein
Telefon: 01573 1300 632
E-Mail: kontakt@baumart-baumpflege.de